Besinnliches Mentaltraining zu Weihnachten

in #life4 years ago (edited)

Teil 5. Besinnliches Mentaltraining: Beten reicht nicht.

Festlichkeit und Harmonie werden uns mit allen Mitteln und Medien konsumorientiert eingehämmert. Die hetzenden Menschen haben im Kaufgedränge nicht mal Zeit, sich bei der ebenfalls gestressten Verkäuferin zu bedanken und ihr ein freundliches Lächeln zu schenken.
Wir beten neurotisch den (Weihnachts-)Konsum an. Doch: “Beten reicht nicht”, sagte einmal der Dalai Lama. Mit Mentaltraining können wir tiefer zur Besinnung kommen.

Wir müssen etwas tun.

Doch: Viele Menschen haben keine Lust mehr,
• sich die gesellschaftliche und private Lage auf dem Weihnachtsmarkt mit Glühwein schönzusaufen,
• sich die Lebenssituation mit weihnachtlichen Liedern wie “stille Nacht, heilige Nacht” schönzusingen,
• sich einmal im Jahr mit gekauften Gütern heuchlerisch und kompensierend "Liebe" in der Familie schönzuschenken,
• sich den "Weihnachts-Geist" in künstlicher Glückseligkeit im Fernseher schönzusehen,
• sich auch nicht mehr am “Heiligabend” und am "Festtag" mit einem tierischen "Massenmord" schönzufressen.

Wir haben den “Geist der Weihnacht”, der "Raunächte", der "besinnlichen Tage", der "Zeit zwischen den Jahren", die wirkliche LIEBE verloren!
Nach diesem "Fest" wird wieder weiter gehetzt, gestritten, geschrien, gekämpft, gehupt, gedrängelt, gezockt, gekränkt, gesoffen, geraucht, geschlagen .... geweint.

Doch: “Beten reicht nicht.” (Dalai Lama)

Bildquelle: pixabay.com

Wir können etwas tun.

Kommen wir zur Besinnung mit Mentaltraining!
Fangen wir in ruhigen Minuten an mit einer Meditation über einen weisen Text:

Besinnung (Hermann Hesse)

Göttlich ist und ewig der Geist.
Ihm entgegen, dessen wir Bild und Werkzeug sind,
Führt unser Weg; unsre innerste Sehnsucht ist:
Werden wie er, leuchten in seinem Licht!
Aber irden und sterblich sind wir geschaffen,
Träge lastet auf uns Kreaturen die Schwere.
Hold zwar und mütterlich warm umhegt uns Natur,
Säugt uns Erde, bettet uns Wiege und Grab;
Doch befriedet Natur uns nicht,
Ihren Mutterzauber durchstösst
Des unsterblichen Geistes Funke
Väterlich, macht zum Manne das Kind.
Löscht die Unschuld und wendet uns zu Kampf und Gewissen.
So zwischen Mutter und Vater,
So zwischen Leib und Geist
Zögert der Schöpfung gebrechlichstes Kind.
Zitternde Seele Mensch, des Leidens fähig
Wie kein anderes Wesen, und fähig des Höchsten:
Gläubiger, hoffender Liebe.
Schwer ist sein Weg, Sünde und Tod seine Speise,
Oft verirrt er ins Finstre, oft wär ihm
Besser, niemals erschaffen zu sein.
Ewig aber strahlt über ihm seine Sehnsucht,
Seine Bestimmung: das Licht, der Geist.
Und wir fühlen: ihn, den Gefährdeten,
Liebt der Ewige mit besonderer Liebe.
Darum ist uns irrenden Brüdern
Liebe möglich noch in der Entzweiung,
Und nicht Richten und Hass,
Sondern geduldige Liebe,
Liebendes Dulden führt
Uns dem heiligen Ziele näher.

Buch-Empfehlung:

Hermann Hesse: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne: Lebensstufen
ISBN-10: 3518035843

‘Beim Lesen scheint es fast so, als säße man am Luganer See, vertieft in ein vertrautes Gespräch mit einem Freund: Man spricht über den Lauf der Zeit – und könnte Hesse noch ewig zuhören …
’Frau im Leben + plus Magazin

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Stufen ist der Titel eines der bekanntesten, philosophischen Gedichte von Hermann Hesse. Er schrieb das Gedicht am 4. Mai 1941 nach langer Krankheit; es trug ursprünglich den Namen Transzendieren. In Stufen beschreibt Hesse das Leben als fortwährenden Prozess, bei dem auf jeden „durchschrittenen“ Lebensabschnitt (Raum, Stufe) ein neuer Lebensabschnitt folgt.