Peter Töpfer: Global gegen horizontal – sinnloser Kampf der Paradigmen, Aufruf zu intellektuellem Vergnügen

in flache •  18 days ago

Ein gewisser Charles Krüger glaubt die Argumentation widerlegen zu können, die von jemandem vorgebracht wird, der der Meinung ist, die Erde sei nicht rund, sondern flach. Ich nehme diesen Charles Krüger ernst und gehe auf seine Argumentation ein, weil er ein Freund des von mir geschätzten Oliver Janichs ist. Er muß also eine gewisse Intelligenz haben.

In jenem Meme war von “10 Gründen” die Rede, warum die Erde flach sein muß. Diese zehn Gründe nimmt sich nun Charles Krüger vor und glaubt, sie – mittels eines “Bullshittests” – für nichtig erachten zu können.
Ich wiederum gehe als Nichtphysiker im folgenden mit gesundem Menschenverstand auf Charles Krügers Argumentation gegen den Flacherdler ein:

Erster Grund:
Zitat Flacherdler (0:28): “Ich habe noch nie die Krümmung der Erde gesehen (ja, ich war schon mal in einem Flugzeug).”
Erwiderung von Charles Krüger (0:34): “Also ich habe schon tausende mal die Krümmung der Erde gesehen. (…) Ein Schiff, wenn es gegen den Horizont fährt, wird nicht nur kleiner, sondern es ‘sinkt’ auch.”

Hier müßte Charles Krüger etwas genauer werden: In welcher Entfernung hat er das Schiff “sinken” sehen? Das eingeblendete Bild, das er sich – samt der Argumentation – von Wikipedia geholt hat, gibt darüber keine Auskunft, da das Schiff darauf offensichtlich herangezoomt ist.i Die Entfernung des Schiffes vom Ufer muß, wenn dieser Streit geklärt werden soll, präzise ermittelt werden. In absolut unwissenschaftlicher Weise und völlig unverbindlich geschätzt, könnte sich das Schiff in einer Entfernung von 10 km zum Ufer befinden. Dann müßte es – im Kugel-Paradigma – bereits mit 7,85 m hinter dem Horizont verschwunden sein.ii

Charles Krüger kennt das Phänomen des Kleinerwerdens von Objekten aus perspektivischen Gründen, aber, so sagt er bei 1:15, könne man mit Ferngläsern beobachten, wie “Sachen untergehen”. Das sei also etwas anderes und hätte keine geometrischen Gründe, sondern beweise, daß die Erde gekrümmt sei. Das habe er schon “tausend mal gesehen” (1:32), entweder mit seinen eigenen Augen oder mit einem Fernglas.

Ich würde Charles Krüger den Vorschlag unterbreiten, das nächste mal nur mit den Augen zu schauen und in dem Moment, wo er beispielsweise ein Schiff nicht mehr sieht, zum Fernglas zu greifen; er wird dann feststellen, daß das Objekt, das er bereits für “versunken” hielt, wieder sichtbar wird.

Natürlich kann Charles Krüger dann immer noch sagen: “Moment! Laßt diese Zoomeinstellung, laßt die Sonne erneut bzw. weiter sinken und wartet darauf, daß sie wieder untergeht!” Aber er sollte dann langsam an die Entfernung denken. Diese Zoomerei ist nicht ewig zu bewerkstelligen, ohne gegen das Kugelerde-Paradigma zu verstoßen, denn in großen Entfernungen darf ja nach diesem Modell nichts mehr sichtbar sein.

Wenn ein Objekt irgendwann nur noch ein Punkt und nicht mehr sichtbar ist, sozusagen “hinterm Horizont verschwunden” zu sein scheint, liegt das nur an der zu schwachen Vergrößerung. In jedem Fall wird es sich dann außerhalb der Entfernung abspielen, die auf der von den Globalisten definierten angeblichen Erdkrümmung vorgegeben ist.

Zweiter Grund:
Zitat Flacherdler (1:40): “Ich hatte noch nie das Gefühl, daß sich die Erde unter meinen Füßen mit ca. 1700 km/h dreht.”
Charles Krüger verweist zurecht darauf, daß der Flacherdler sich ja innerhalb der Atmosphäre aufhält, die sozusagen zur Erde gehört und sich mit dieser dreht. Der Flacherdler befinde sich, so Krüger, in der Luft, die auf der Erde schwebt; er könne also – so Charles Krüger sinngemäß – an sich nichts vorbeirauschen fühlen.
Wenn dieses von Charles Krüger angeführte globalistische Bild einer sehr schnell um sich selbst drehenden Kugel stimmt, dann gibt es doch bestimmt eine gewisse Trägheit, der die Atmosphäre, die den gasförmigen Teil dieser Kugel ausmacht, unterliegt. Ein fester Körper, der angetrieben ist und sich – sehr schnell! – dreht, der schleppt andere Körper, die sich auf ihm befinden, durchaus mit. Das hängt von der Art und Festigkeit der Bindung zwischen den beiden Körpern ab. Bei flüssigen Körpern ist das aber schon relativ schwer vorstellbar, auch diese sind träg und werden nie so schnell mitkommen, wie es der feste Körper darunter vorgibt, weil sie nicht oder nur extrem wenig am festen Körper gebunden sind. Aber bei Gasen, die sozusagen noch geringere Adhäsionskräfte haben, die sich also noch weniger an der Erde festhalten, die werden sich mit einger Sicherheit weniger schnell bewegen bzw. sich in einer weniger schnellen Drehung befinden als es die Erde darunter ist.

Gasförmige Körper werden einen Schweif bilden, den der sich drehende feste Körper eine Weile hinter sich her zieht, bis er ihn verliert. Flüssigkeiten, Gase, aber auch feste, nicht sonderlich verwurzelte Dinge müßten im globalistischen Modell nur so von der Erde weggeschleudert werden.

Ein Hund dreht, wenn er das Wasser aus seinem Fell loswerden möchte, sehr schnell seinen Oberkörper hin und her. Da kann auch niemand behaupten, das Wasser drehe sich mit dem Hundekörper.

Wenn nun also unser Flacherdler (oder auch Charles Krüger) mit den Füßen auf der Erde steht und sich mit dieser dreht, dann fühlt er, wenn man die Luft außer Acht läßt, tatsächlich die Drehung der Erde nicht. Soweit hat Charles Krüger recht. Aber die Luft ist nun mal da, und die Differenz aus der Drehgeschwindigkeiten von Erde und Atmosphäre, die wird ihm nur so um die Ohren sausen. Denn die Luft hat nicht annähernd das Gewicht von Charles Krüger. Charles Krüger ist zwar auch träge, aber nicht so träge wie die Luft um ihn. Er wird zwar nicht an seinen wedelnden Ohren die 1700 km/h bemerken, aber vielleicht beträgt die Drehgeschwindigkeit der Luft noch 700 km/h (kaum vorstellbar). Dann würde Charles Krüger immer noch die Luft mit 1000 km/h an sich vorbeijagen fühlen.

Die Argumentation des Flacherdlers war also unvollständig, er hat die Bindekräfte des Gases an den festen Körper Erde vernachlässigt. Dennoch hat der Flacherdler recht: Er müßte, wenn die Erde sich dermaßen rasend dreht, tatsächlich “das Gefühl haben, daß sich die Erde unter meinen Füßen” wenn nicht “mit ca. 1700 km/h”, so doch aber mit großzügig angenommen 1000 Sachen: also der Differenz zwischen den beiden Drehgeschwindigkeiten. Charles Krüger wird vielleicht erwidern, daß sich die Atmosphäre in der selben Geschwindigkeit wie die Erde mitdreht, daß es also keine Drehgeschwindigkeitsdifferenz gibt. Das würde aber heißen, daß das Gas der Atmosphäre irgendwie an der Erde befestigt wäre. Wie das?

Vollends falsch liegt Charles Krüger aber, indem er uns einen Vergleich unterjubeln will, der schief und falsch ist: nämlich den vom Flugzeug und einem Passagier, der sich bei einer Fluggeschwindigkeit von 800 km/h in diesem Flugzeug befindet und keinerlei Bewegung im Raum oder Geschwindigkeit verspürt. Hinken tut dieser Vergleich insofern, als daß sich die Luft im Flugzeug – im Unterschied zu der sich um die Erde befindlichen Luft – in einem geschlossenen Raum, nämlich im Innenraum des Flugzeugs befindet. Hier kann die Luft nicht träge sein und stehen bleiben wollen, weil sie Teil des Flugzeuges ist, weil sie in diesem eingeschlossen ist – so wie es der Passagier Charles Krüger ist, der nun ein System mit Flugzeug und der Luft in diesem bildet und entsprechend keinerlei Luft an sich reiben fühlt.

Unser Flacherdler drunten auf der Erde aber hat kein Alugehäuse um sich herum, das ihn zum unzertrennlichen Partner der Luft werden lassen würde; er ist der irren Drehgeschwindigkeit fast direkt ausgesetzt. Er kann nur von einer Atmosphäre am totalen und sofortigen Wegwirbeln gehindert werden, die eine gewisse Bindungskraft gegenüber der Erde hat und also mit dieser verbunden ist. Ob diese Bindungskraft aber so groß sein kann, daß sie die Versuchsperson, die sich in der an die Erde gebundenen Atmosphäre aufhält, mitnimmt, das ist doch sehr zu bezweifeln. Die Atmosphäre kann keinen geschlossenen Raum darstellen, wie es das Flugzeug ist.

Auch unter Annahme einer sog. Gravitation bliebe die Geschwindigkeitsdifferenz von Erde und Atmosphäre erheblich. Das Gas kann nicht in dem Maßen von der Erde angezogen werden, daß es sich verfestigen und die Versuchsperson in sich festmachen könnte, wie Charles Krüger oben im Flugzeug (im Schutze seiner Wände) ganz solide feststeckt. Auf keinen Fall drückt das Gewicht der Atmoshäre ausreichend diese zur Erde hinab, als das man dadurch von einer Bindung sprechen könnte, die Erde und Luft haben würde.

Dritter Grund:
Zitat Flacherdler (3:30): “Es gibt keine Fotos der Erde vom Weltall.”
Charles Krüger: “Das ist ein sogenanntes non-falsifiable statement. Egal, welche Bilder ich Dir zeigen würde, Du würdest immer sagen, es wäre gefaket.”
Hier hat Charles Krüger recht, es wäre in der Tat eine sinnlose Diskussion, denn tatsächlich könnte der Flacherdler das so sagen (leider kennen wir ihn nicht, können ihn nicht dazu befragen). Sein Verhalten wäre wiederum auch nicht ganz unbegründet: Man kann es einfach nicht wissen, ob die präsentierten Fotos gefälscht, manipuliert oder echt sind. Das ist weder ein Punkt für Charles Krüger noch für den unbekannten Flacherdler. Was hier gegen Charles Krüger spricht, ist: Warum setzt er sich überhaupt mit diesem Argument auseinander? Man merkt ihm an, daß er sich sicher ist, daß es echte Fotos von der Erde als Kugel gibt. Auch nach meinen bisherigen Informationen gibt es kein einziges Foto von einer Kugelerde.

Charles Krüger sieht das Dilemma der Kommunikationslosigkeit ein, bietet dann aber bei 3:57 stattdessen etwas anderes an, nämlich eine “Nachprüfung, die jeder Mensch selber [machen] kann”: Man solle sich die Millionen von Sternen anschauen, die alle rund seien. Dazu blendet er bei 4:18 ein: “oder genauer: eine Kugel”. Wäre er mal bei “rund” geblieben, denn das sind sie möglicherweise im Draufblick tatsächlich. Aber wie kommt Charles Krüger darauf, daß man eine Kugel als solche erkennen kann? Er spricht wohl nicht zufällig die ganze Zeit nur von “rund” und korrigiert sich erst im nachhinein.

Ich denke, es gibt mit Flacherdlern keinen Streit über “rund”; Flacherdler bestreiten nur die Kugelförmigkeit der Erde. Charles Krüger behauptet einfach, daß alle Objekte am Himmel “Kugeln” sind. Was reitet Charles Krüger anzunehmen, daß es in diesem Streit einfach mit einer Behauptung getan sein könnte? Soll das irgendeinen argumentativen Wert haben? Hier steht Aussage gegen Aussage oder Glaube gegen Glaube. Das ist eine völlig unfruchtbare und unproduktive Art der Kommunikation, da kann sich nichts bewegen. Haben wir es hier nicht mit einem non-falsifiable statement zu tun, das in einer Diskussion völlig ungeeignet ist, wie Krüger es ja selbst gerade sagte?

Vierter Grund:
Zitat Flacherdler (4:47): “Es wurde noch nie gezeigt, daß Wasser an einem rotierenden Ball klebt wie die Ozeane an der Erde.”
Charles Krüger wirft zunächst mit einem “Oh Gott!” arrogant seinen Kopf in die Hände, ein bißchen Schauspielerei gehört wohl zum Handwerk eines Youtubers, läßt sich dann aber – zu gütig – doch noch herab, wobei er wieder mal aus unnötigerweise zur englischen Sprache wechselt (“Bro”). Das soll wohl Coolness bedeuten.

Rein argumentativ aber kommt Charles Krüger dann abermals mit einer völlig wertlosen Idee: nämlich mit einer simplen Behauptung: Er führt einfach eine “Gravitation” in die Diskussion ein, die dafür sorgen würde, daß das Wasser trotz irrsinnigster Fliehkräfte an der Erde haften bleibt. Das heißt, er stellt einfach seine Behauptung der Behauptung seines Streitpartners gegenüber und glaubt, damit sei es getan. Wie kommt er darauf?

Wir haben es hier mit zwei Paradigmen zu tun (in dem der Flacherdler gibt es keine “Gravitation”). Wenn ich an einer Diskussion interessiert bin oder wenn ich den anderen überzeugen will, dann ist es äußerst unproduktiv, einfach mein Paradigma ständig zu wiederholen. Ich muß in meiner Demonstration stattdessen sehr konkret werden, die einfachsten Phänome möglichst sinnlich nachvollziehbar darstellen und sie dann mit dem Modell, das ich verteidigen will, verknüpfen bzw. muß die Phänomene in diesem Modell unterbringen. Daß Körper nach unten fallen, dafür muß kein Theorem “Gravitation” erdacht werden. Ein weniger dichter Körper hat immer die Tendenz, sich über einem mit mehr Dichte zu befinden. So sagen es einige Flacherde-Physiker. Diese Diskussion kann man aber im Moment hintanstellen, denn die derzeit zu klärende Frage – ist die Erde eine Kugel (oder Birne?) oder flach? – kann unter Umgehung der Gravitations-Theorie beantwortet werden.

Fünfter Grund:
Zitat Flacherdler (5:23): “Flugzeuge fliegen nicht immer ein Stück nach unten, um mit der Krümmung und nicht in das Weltall zu fliegen. Das müßten sie aber bei einer Kugel.”
Charles Krüger (6:04): “Der Bordcomputer berechnet nicht die Krümmung, sondern ich denke, die Bordcomputer sind einfach so aufgebaut, daß, wenn die merken, sie sind jetzt nicht mehr auf 1000 Metern, sondern auf 1200 Metern vielleicht, dann fängt der automatisch an, wieder runterzufliegen. (…) Der Bordcomputer merkt einfach, wenn’s zu hoch ist und die Gefahr besteht, daß man in’s Weltall hinausfliegt.”

Schön, das denkt Charles Krüger. Aber er weiß es nicht. Ich weiß es auch nicht. Vielleicht weiß es der Flacherdler, auch das weiß ich nicht. Man müßte einen Piloten fragen. Ich bin mir sicher, daß dieses Thema bereits ausgiebig disktutiert wurde.

Aber davor sagt Charles Krüger (5:32), daß “wegen der Gravitation” es “automatisch dazu führt, daß er nicht immer weiter geradeaus ins Weltall fliegt.” Wozu dann aber die Korrekturen des Bordcomputers, wenn auf die “Gravitation” Verlaß ist? (“Automatisch”? Ist die “Gravitation” eine Wunderkraft?) Was denn nun? Beides? Doppelt hält besser? Ach ja, Krüger hat das ja nur gedacht... Er glaubt offenbar, mit einer etwas schlampigen und widersprüchlichen Argumentation durchzukommen: “Such’ Dir doch was aus von dem, was ich sage!”

Sechster Grund:
Zitat Flacherdler (6:29): “Gravitation ist eine falsche Theorie und wurde noch nie durch Experimente bewiesen.”
Charles Krüger läßt zum Beweis, daß es Gravitation gibt, einen Kugelschreiber vor der Kamera fallen.

Siebter Grund:
Zitat Flacherdler (6:48): “Wasser ist immer ausgeglichen und beugt sich nicht (es heißt nicht umsonst Meereshöhe).”
Wasser sei “nicht immer ausgeglichen”, so Charles Krüger, und läßt darauf ein ganzes Potpourri an Argumenten vom Stapel. Zunächst bringt er die Gezeiten ins Spiel, kommt aber sofort wieder auf die “Gravitation” zurück: die des Mondes würde “bekanntlich” die Gezeiten verursachen.

Charles Krüger setzt stets bei seinem Gegenüber einfach voraus, daß er dasselbe Paradigma vertritt wie er selbst! Wieso ist es denn dann aber überhaupt zum Streit gekommen? Wenn einer sagt, die Blume ist rot, und der andere sagt, sie sei gelb, dann ist die weitere Diskussion darüber völlig sinnlos. Dann hat jeder seine Meinung und man geht auseinander. So nicht Charles Krüger. Er macht extra ein Video, in dem er wieder und wieder sagt: die Blume ist rot. Das sei “bekannt”. – Eine völlig unproduktive und sinnlose “Diskussion”.

Doch das scheint Krüger nicht zu bemerken, im Schweinsgalopp kommt er von den Gezeiten über die Gravitation jetzt plötzlich zur Kugelform des Mondes! Gravitation des Mondes meinetwegen, aber was hat jetzt bitteschön die Form des Mondes mit der Behauptung des Flacherdlers zu tun, Wasser sei immer ausgeglichen? (Mit “ausgeglichen” ist offenbar “eben” und “platt” gemeint.) Die Kugelform des Mondes könne wieder jeder “mit bloßem Augen oder mit Hobbyteleskopen nachprüfen”. Aha! Ok, ich werde ihm dann mal in seiner Raserei folgen: Ich sehe, wenn ich mir den Mond anschaue, zunächst eine runde Fläche. Es könnte sich um eine Kugel handeln, ja. Aber um das herauszukriegen, müßte ich entweder zum Mond fliegen und ihn umkreisen und umrunden (oder eine Kamera macht das für mich) oder aber von der Erde aus eine dreimensionale Sicht haben. Wenn “jeder” die Kugelform des Mondes nachprüfen kann – ich kann es nicht.

Jetzt, bei 7:10, rotiert Krüger regelrecht durch und löst sich gänzlich vom Thema: “Wir hätten den fucking Mond nicht mal, wenn wir keine Gravitation hätten, weil nur Gravitation dafür sorgt, daß der Mond auf seiner Umlaufbahn bleibt.” Gut, und was hat das jetzt mit dem Wasser, das immer (Flacherdler) oder eben nicht immer (Charles Krüger) ausgeglichen ist?

Krüger hält einen Vortrag und erzählt, was er alles gelernt hat. Schön für ihn. Aber welchen diskursiven Wert in der Auseinandersetzung zweier Paradigmen soll das haben? Diese Frage scheint Krüger nicht zu interessieren, er redet sich jetzt vollends weiter am (un)ausgeglichenen Wasser vorbei in Trance: nicht nur die Gravitation sorge dafür, daß der Mond auf seiner Umlaufbahn bleibt, “sondern natürlich auch in Verbindung mit der Eigengeschwindigkeit, die dafür sorgt, daß er nicht komplett gegen die Erde fliegt, sondern einfach auf dieser Bahn bleibt”… Und jetzt treibt es ihn – warum überhaupt? hier geht es um Wasser! – ins Weltall hinaus: “Das ganze Sonnensystem wäre ohne Gravitation überhaupt nicht möglich, weil dann die Planeten einfach in’s Weltall hinausschwirren würden.”

Hallo? Ist da wer? Herr Krüger, sind Sie noch da? Wir haben gerade vom Wasser gesprochen, und die Frage war, ob es immer oder nicht immer “ausgeglichen” ist. Charles Krüger monologisiert, hebt ab, er ist an keinem Dialog interessiert. Er breitet immer wieder von neuem seine Theorie aus (kann mal ein Globalist bitte nachschauen, ob Krüger das überhaupt richtig macht?).

Hallo, Herr Krüger! Bitte hören Sie!: Der andere hat ein anderes Paradigma oder Modell als Sie! Ihres immer wieder auszubreiten, hat da wenig Sinn! Das könnte doch der andere auch tun. Würden Sie das prickelnd finden? Eben.

Ah, jetzt (8:48) kommt Krüger doch noch auf das Wasser zurück: “Daß die Meereshöhe annähernd konstant ist, wenn man jetzt mal die Gezeiten außen vor läßt, liegt daran, daß Gravitation kugelförmig wirkt und deswegen überall auf dem Planeten auf derselben Meereshöhe die Anziehungskraft für das Wasser gleich ist und sich deshalb ein gleicher Meeresspiegel bildet.”

Will Krüger damit jetzt etwa sagen, daß das Wasser immer ausgeglichen (gleich) ist? Oder was meint er mit “gleicher Meeresspiegel”? Will er dem Flacherdler (“ausgeglichen”) jetzt mit einem mal recht geben? Aber wozu dann vorher all’ die weitschweifigen Ausführungen?

Achter Grund:
Zitat Flacherdler (7:59): “Licht kann keine gerade, vertikale Reflektion auf einer runden Kugel machen.”
Charles Krüger: “Ich habe keinen blassen Schimmer, was damit gemeint ist.”
Ich auch nicht. In diesem Punkt ist der Flacherdler also schon mal eindeutig nicht widerlegt. Oder riskiert der Flacherdler etwa, beim Bullshittest schon deshalb durchzufallen, nur weil Charles Krüger ihn in einem Punkt nicht versteht?

Ich denke darüber nach, was der Flacherdler hier sagt… – Ah ja, er meint wahrscheinlich den Lichtstrahl, den die Sonne bei einem Sonnenaufgang oder bei einem Sonnenuntergang über das Meer wirft. Dieser Lichtstrahl oder besser gesagt dieses Lichtband wird sich, je nach dem, ob es auf eine Fläche oder auf eine Rundung geworfen wird, unterscheiden. Es könnte in den beiden Fällen unterschiedlich aussehen. Eine Wasserfläche könnte das Licht der Sonne “gerade und vertikal”, eine Wasserrundung könnte es anders “reflektieren”. Dazu müßte man ein Experiment mit einem Kunstlichtstrahl und einem Ball und einer Tischplatte machen und die Ergebnisse mit der Reflektion der Sonne auf dem Meereswasser vergleichen. Ich vermute, daß es auf rundem Wasser (falls es so etwas geben sollte) nicht zu einem klar definierten Strahl bzw. einem Band kommt, sondern daß das Licht in alle Richtungen abfällt.

Neunter Grund:
Zitat Flacherdler (8:08): “Ich habe Sachen in weiter Entfernung gesehen, die ich nicht hätte sehen sollen, wenn die Erde rund wäre.”
Charles Krüger dazu: “Na, wenn du das sagst, dann hast du mich überredet.”

Schade, daß sich Charles Krüger ausgerechnet hier so schnell überzeugen läßt. Andere Globalisten glauben dieses Argument viel ernster nehmen zu müssen. In der Tat hat es mittlerweile schon hunderte von Experimenten gegeben, in denen gezeigt wird, daß Objekte in einer Entfernung gesehen und fotografiert werden können, wo das globalistische Paradigma dies aufgrund der Erdkrümmung für ausgeschlossen hält. Die Globalisten leugnen diese Tatsache meist nicht, führen aber zur Erklärung optische, chemische usw. Gründe an.

Krüger dagegen geht anders vor: Sein Überredetsein ist eine Masche, um sich nicht auf diese langwierige und intensive Auseinandersetzung einlassen zu müssen.

Wie wir gesehen haben, ist Charles Krüger im wiederholten Daherbeten seines Paradigmas sehr stark. Nur: Das ist in einem Streit oder einem Vergleich zweier Paradigmen wertlos. Jeder sagt sein Paradigma auf – das war’s. Das ist völlig sinnlos, das kann man sich sparen. Wert hat nur, ein praktisches Beispiel zu nehmen: Man nehme also ein konkretes physikalisches Phänomen und schaue dann, ob es in ein bestimmtes Paradigma paßt. Die Flacherdler haben das mit jenen Objekten in großer Entfernung getan und damit bewiesen, daß das globalistische Paradigma nicht stimmen kann. Dieses ist – um es wissenschaftstheoretisch zu sagen – in einem Punkt falsifiziert und muß also überarbeitet werden.

Ab einer bestimmten Entfernung müssen im globalistischen Paradigma Objekte hinter der Krümmung der Erde und damit aus der Sicht verschwinden. Das tun sie aber so nicht. Das ist inzwischen tausende male experimentell nachgewiesen worden und von daher einer der starken Argumente, wenn nicht sogar das stärkste Argument der Flacherdler (neben dem Argument des Horizonts, der nirgends eine Krümmung aufweist, und der, wenn man aufsteigt, sich nicht nach unten verschiebt, sondern in Augenhöhe bleibt).

Charles Krüger ahnt, daß er hier ins Schwitzen geraten könnte. Und was macht er? Er drückt sich einfach davor, indem er sich dumm stellt. Er ist wie jemand in einer Schlägerei, der sich auf den Boden wirft und so tut, als sei er schon k.o., nur um nicht noch mehr Schläge abzukriegen.

Zehnter Grund:
Zitat Flacherdler (8:18): “Architekten und Ingenieure beachten die Erdkrümmung nicht, wenn sie Straßen, Brücken oder Eisenbahnschienen bauen.”
Charles Krüger sagt, daß dies nicht stimme, und führt zwei Beispiele aus dem Brückenbau an. Er spricht zu schnell, ich kann die Namen der Brücken nicht verstehen und die Sache nicht recherchieren. Charles Krüger sagt, daß diese Brücken oben eine größere Breite haben als unten, daß sie also auf die ganze Länge betrachtet der Rundung der Erde angepaßt sind.

Auch hier steht wieder Aussage gegen Aussage. Einer von beiden, Charles Krüger oder der Flacherdler, müßte hier die Baupläne von Brücken vorlegen, aus denen ersichtlich ist, ob eine Erdkrümmung berücksichtigt worden ist oder nicht. Das wäre dann ein fundiertes Argument.

Wäre das nicht doch mal ein interessantes, aber vor allem fruchtbares, produktives und zielführendes Vorgehen? Aber auch hier bin ich mir sicher, daß andere das schon in Erfahrung gebracht haben – bitte recherchieren.

Die längste Brücke der Welt ist die Yangcun-Brücke südöstlich von Peking. Sie erstreckt sich über eine Länge von 35,8 km. Die Berücksichtigung einer Erdkrümmung muß erhebliche bauliche Folgen haben, das sollte also ganz einfach zu klären sein.

Charles Krüger ist jedenfalls für sein diskursives Verhalten bei diesem 10. Grund zu loben! So geht das und nicht anders!: Man nimmt sich etwas ganz Konkretes und sieht sich das ganz genau an, ohne große Theorie. Es ist ultra leicht. Und wir sollten dazu in der Lage sein.

Aber nach der Erwiderung auf den 10. Grund des Flacherdler und dem Exzeß des Konkreten (zwei Brücken beim Namen genannt!) wird Charles Krüger plötzlich noch vernünftiger! Er sagt: “Glaubt, was Ihr wollt, aber bitte seid keine Intelligenz-Kevins!”

Ja, Glaubenskämpfe sind völlig sinnlos und Verschwendung von Zeit und Nerven. Glaubt, was Ihr wollt! – richtig! Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Doch genau das gleiche ist es, wenn nur brutal ein Paradigma gegen ein anderes gestellt wird – das hat ebenfalls überhaupt keinen Sinn! Auch Charles Krügers Aufforderung, seine Intelligenz zu benutzen, kann nur zugestimmt werden. Die Arroganz dabei (“Kevin”) wollen wir überhört haben. Frontales Paradigma-Clashing zeugt aber nicht von Intelligenz, lieber Charles.

Fazit:
“Glaubt, was Ihr wollt, aber nützt Eure Intelligenz!” – Genau gegen diese löbliche Devise verstößt Charles Krüger in seinem Video: Er breitet sein Paradigma aus, zeigt, wie gut (?) er es gelernt hat, und stellt es als das überlegene hin. Er läßt dem anderen nicht sein Paradigma und sucht selten den Austausch auf der Ebene des konkret Nachvollziehbaren, sondern kämpft geistig starr auf der abstrakten Ebene des Paradigmas gegen den anderen an. Warum er diese Sinnlosigkeit betreibt, kann nur er selbst wissen. Er ist sich absolut sicher, daß er recht hat, und ist zufrieden damit. Eine gewisse Überheblichkeit ist nicht zu übersehen. Auf eine echte Auseinandersetzung, auf einen kreativen Streit läßt er sich an kaum einer Stelle ein.

Komisch, warum hat er dann überhaupt das Video gemacht? Er hat lediglich Zeit und Nerven verschwendet. Oder vielleicht doch nicht? Vielleicht haben wir es seinem Mentor Oliver Janich zu verdanken, daß möglicherweise ein echter Gedankenaustausch in Gang kommt.

Das globalistische Paradigma hat etliche und eklatante Schwachstellen und Widersprüche; auf diesen Umstand geht der explosionsartige Anstieg des Interesses am Flacherde-Paradigma seit 2015 zurück. Das Flacherde-Paradigma ist offenbar im Moment noch unausgereift und verändert und entwickelt sich tagtäglich. Als vorbildlich muß hinsichtlich dieser Arbeit Dr. rer. nat. Matthias Kleespies genannt werden.

Ich appelliere an die Vertreter und Anhänger beider Paradigmen, die Sache spielerisch zu sehen. Ich habe an mir selbst erlebt, welch intellektuelles Vergnügen und wie spannend es ist, beide Paradigmen zu vergleichen, übereinanderzulegen, hin- und herzugehen usw. Beide Seiten beschimpfen sich in Moment noch sehr, das ist unschöpferisch und sinnlos. Man kann das aber verstehen. Die Globalisten müssen, wenn sie austeilen, einstecken lernen; es ist kein Wunder, wenn die Flacherdler zurückschimpfen. Aber an beide ergeht mein Appell, jetzt damit aufzuhören.

Gestatten Sie mir zum Schluß noch einen weiteren Appell: Ich würde sagen, wir schauen erst mal, ob die Erde flach oder rund bzw. gekrümmt bzw. ein Globus ist; das wäre schon mal was. Alle möglichen Interpretationen und andere Folgerungen (auch wenn das sehr spannend sein mag) sollten zunächst unterbleiben. Also: Bitte nicht immer sofort fragen, wer ein Interesse woran hat, was das alles soll usw. Laßt uns zunächst bei den Fakten bleiben.

Anmerkungen:
i Das Foto hat Charles Krüger aus Wikipedia , https://de.wikipedia.org/wiki/Erdkr%C3%BCmmung
ii Laut NASA ergibt sich bei einer Höhe der Augen des Beobachters von 2 m über Erdboden bereits nach 5,05 km über einer hindernisfreien Fläche eine Horizontlinie, unterhalb oder jenseits derer aufgrund der Kugelform alles "abgeschnitten" oder ganz verschwinden würde. Diese Information entstammt dem Flache-Erde-Blog von Dr. rer. nat. Matthias Kleespies, dem wohl führenden Flacherdler in Deutschland (http://euronia.com/de/flache-erde-blog). Dr. Kleespies fährt fort: “Beobachtungen aber z. B. am Bodensee zeigen, dass man problemlos Bregenz über eine Entfernung von 46 km von Konstanz aus sehen kann, und da andere Beispiele mit noch wesentlich weiteren Entfernungen aus anderen Erdteilen dies bestätigen, ist das HUM [heliozentrische Weltbild] falsifiziert.”

Links:
Deutsch:
Der Flache-Erde-Blog von Dr. rer. nat. Matthias Kleespies:
http://euronia.com/de/flache-erde-blog
Exzellente Übersetzungen von Paul Breuer aus dem Amerikanischen:
Eric Dubay - 200 Beweise, daß die Erde keine rotierende Kugel ist, Video mit wissenschaftskritischer Einführung von klagemauerTV:


200 Beweise, dass die Erde keine rotierende Kugel ist, Video, gespiegelt auf dem Youtube-Kanal von Chnopfloch:

Eric Dubay: Die Flache-Erde-Verschwörung. Text/PDF:
https://www.dropbox.com/s/6tpdjmquikse09w/Flache%20Erde%20Verschw%C3%B6rung%20.pdf?dl=0

Englische Originale:
Eric Dubay: 100 Proofs Earth is Not a Globe:


Eric Dubay: 200 Proofs Earth is Not a Spinning Ball (Video auf Youtube):

Eric Dubay: 200 Proofs Earth is Not a Spinning Ball (Video und Text/PDF auf Eric Dubays Website):
http://www.ericdubay.com/?p=695
Eric Dubay: Heaven and Earth (Videobook):

Jeff Berwick Interview with Eric Dubay:

Charles Krügers Website:
http://charleskrueger.de/
Charles Krügers Youtube-Kanal:
https://www.youtube.com/user/CharlesKruegerKanal
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