Liebe ist Heilung - Ein Dankeschön, an mein fünfjähriges Ich - Post 59/365

in #deutsch2 years ago (edited)

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Das Leben ist eine Reise. Wir beginnen Sie voller Liebe, Neugier und Vorfreude. Lebensfreude ist selbstverständlich und unser Dankeschön, an alles, was uns umgibt. Als Kind hatte ich diese Lebensfreude immer. Ich war glücklich und fröhlich, auch wenn es um mich herum dunkel, kalt und einsam war.

Ein Danke an eine Käuferin, die immer aus Liebe gehandelt hat

Dieser Post ist ein Danke an mich. An mich, als ich klein war. Seit ich mich erinnern kann habe ich schmerzen ertragen, um "gesund zu werden", um dem Menschen um mich herum nicht mehr so viele Sorgen zu machen, um zu werden, wie die anderen, um normal zu sein. Nicht, weil ich krank war, sondern weil ich nicht wollte, das meine Lieben mit mir mitleiden. Heute bin ich der kleinen Tatjana sehr dankbar, dass sie durchgehalten hat, dass sie ihre Fröhlichkeit bewahrt hat und immer die Liebe geteilt hat.

Es ist nicht, was nicht sein darf

Ich wurde 1984 in der Sowjetunion geboren. Für Menschen mit Behinderung war dort kein Platz. Sie wurden in der Regel in Invalidenhäuser oder Waisenhäuser gegeben, so wenig wie möglich gezeigt und als nicht gültig, in-valide, gesehen. Meine Familie hat mich nicht ins Heim gegeben, sie hat versucht aus mir einen validen Menschen zu machen, mich zu reparieren, damit ich irgendwann einmal ein Leben führen kann wie alle Anderen.

Die kleine Tatjana hat diese Intention immer gespürt. Ein aufrichtiges Bemühen, ihr ein besseres Leben zu ermöglichen. Deshalb habe ich als Kind alles mitgemacht, was Erwachsene mit mir probiert haben, um mich zu reparieren. Ich wusste aber auch schon mit fünf Jahren, dass ich nicht repariert werden kann. Ich wusste, ich bin einfach anders und oft machte ich mit, um meinen Lieben nicht das Herz zu brechen.

Wenn ich als Mensch nicht gültig war, ein in-valides Wesen, so war die einzige Aufgabe von mir und aller Menschen um mich herum, das auszugleichen und alles zu unternehmen, um mich valide zu machen. Weil es nicht sein durfte, war ich nicht krank, ich war immer auf dem Weg gesund zu sein. Diese Spannung, war immer zu spüren. Sorge war der ständige Begleiter meiner Familie.

Trotzdem lebendig

So war ich lange trotzdem froh, trotzdem lebendig, trotzdem da. Mein Leben hat sich lange so angefühlt, als ob ich es lebe, obwohl ich es nicht darf. Denn so wie ich bin, bin ich falsch. Ich darf nur hier sein, wenn ich mit allen Mitteln versuche wie die anderen zu sein, notfalls mit Gewalt.

Das hat dazu geführt, dass ich immer wieder schmerzhafte Prozesse und Therapien mitgemacht habe. Ich habe nicht in Frage gestellt, ob das gut oder richtig ist. Mein Leben in Freiheit konnte ich nur Leben, wenn ich auch das zweite Leben, dass mit den Schmerzen und Ängsten parallel lebe. Das hat auch dazu geführt, dass ich nie erforscht habe, wie sich mein Körper wirklich bewegt. Meine Bewegungen waren falsch, ich musste versuchen die Bewegung korrekt aus zu führen, oder eben garnicht. Denn die Art, wie sich mein Körper von sich aus bewegt hätte, hätte zur Katastrophe geführt, meine Bewegungen wären ungültig geblieben.

Trotzdem zu leben ist sehr anstrengend. Es ist ein Leben ohne willkommen zu sein, ein Leben in dem man irgendwann hoffentlich die Erlaubnis hat dabei zu sein.

Alles überlebt, alles endlich neu!

Die kleine Tatjana wusste schon immer, dass das, was die Erwachsenen so denken, machen und erzählen nicht stimmt. Sie musste mitspielen, weil die Erwachsenen nun mal die Regeln machen, aber sie hat ihre Lebensfreude und die Liebe und Neugier für das Leben nicht verloren.

Dafür bin ich ihr unendlich dankbar, denn jetzt kann ich alles von vorne anfangen. Ich lerne meinen Körper neu kennen und verstehe immer besser, wie mein Körper sich bewegen kann. Wir alle sind anders. Wir alle sind Reichtum, denn die Vielfalt macht die Menschen reich.

Jeder von uns ist wertvoll und willkommen! Wenn du das hier liest und gerade nicht so recht weißt, wo dein Platz in der Welt ist, dann will ich dir sagen: Danke! Danke, dass es dich gibt und dass du auf deiner einzigartigen Reise bist.

... und dir, kleine Tatjana, von Herzen Danke!


Ich werde in den nächsten Tagen mehr zu meinem Leben schreiben. Ich will bis Ende 2020 auch die 365 Post schreiben. Das bedeutet, ich werde auch mehrfach am Tag posten. Was möchtest du über meine Reise wissen?

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danke für deine bewegende story....
sehr tiefgründig -
hab eine frage--warum willst du so schnell,soviele posts schriben,lass dir doch zeit,nichts entsteht von heute auf morgen,oder warum soviele posts bis ende 2020.....danke für deine antwort--tolle nacht dir nun

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