Esports als Beispiel für das Aufkommen einer spontanen Ordnung nach F.A. Hayek

in #deutsch9 months ago

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von Jon Miltimore

Die Frage, ob Esport die großen Akteure der Sportunterhaltung herausfordern wird, kann noch niemand wirklich beantworten. Es handelt sich um ein unglaublich kompliziertes Geschäft, an dem zahlreiche Interessengruppen beteiligt sind - Spieleentwickler, Teambesitzer, Spieler (denen bereits die Gründung einer Gewerkschaft nahegelegt wird), Werbekunden usw. - und niemand kann garantieren, dass es beim amerikanischen Fernsehpublikum ein Hit wird.

Was wir aber wissen, ist, dass der Markt komplexe Sachverhalte auf eine Weise regelt, wie es sonst niemand kann. Tatsächlich handelt es sich beim Aufkommen von Online-Gaming und E-Sport weitgehend um ein Fallbeispiel für eine spontane Ordnung.

Niemand hätte noch vor zehn Jahren vorhersagen können, dass eine Videospielfirma jährlich 100 Millionen Dollar für Bargeldpreise ausgibt, die sie mit einem kostenlosen Videospiel verdient, oder dass 16-jährige Jugendliche (von Politiker auch "little creeps" genannt) 3 Millionen Dollar für den Gewinn eines Videospielturniers erhalten oder dass Pro-Gamer besser verdienen würden als Ärzte.

Außerhalb der Marktwirtschaft ergibt keine dieser Entscheidungen einen Sinn. Viele Menschen finden es sogar absurd, dass einige Pro-Gamer mehr verdienen als Ärzte, Anwälte oder Lehrer, ebenso wie viele es entsetzlich finden, dass MLB- und NBA-Spieler Hunderte von Millionen Dollar verdienen, wodurch gezeigt würde, dass die Werte der Gesellschaft alle "aus dem Gleichgewicht" geraten seien.

Wert ist allerdings subjektiv, also etwas, das nur Märkte bestimmen können.

Und das ist genau der Grund, warum nur in der Marktwirtschaft so etwas wie die neue Call of Duty League von Blizzard entstehen konnte. Solch ein System kann nicht durch zentrale Planung aufgebaut werden. (Was wäre in der Sowjetunion mit einem Mitglied des Politbüros geschehen, das die Bildung eines Komitees zur Schaffung von Videospiel-Ligen vorschlug?)

Ähnlich wie bei der Evolution der Unterhaltungsbranche ist es das Fehlen einer politischen Entscheidungsfindung und einer großen Planung, die die Entstehung eines solchen Systems erst ermöglicht hat. Es sind Millionen von einzelnen Akteuren, die sich unsichtbar zusammenschließen, wobei jeder (um den Nobelpreisträger F.A. Hayek zu zitieren) "seine eigenen Interessen durch freiwilligen Austausch, Zusammenarbeit und Versuch und Irrtum verfolgt".

Noch vor fünfzig Jahren hätte sich Bruce Baumgart nicht träumen lassen, dass man für das, was er an diesem Abend im KI-Labor der Stanford University getan hat, eines Tages ein Vermögen bekommen würde. Keiner hätte es sich vorstellen können.

Darin besteht die Schönheit und das Wunder der Marktwirtschaft.

This article was first published on FEE and licensed under Creative Commons Attribution 4.0 International License. The author of this article is Jon Miltimore. It was translated by @orionvk. The image used is in the public domain.

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Interessante Sichtweise

find auch sehr interessante Sichtweise. "Nobelpreis", wirklich wissenschaftlich sind die hyopthesen der Ökonomen ja eh nicht, wenn nicht sogar im Wiederspruch zu härteren wissenschaften. Dass die Zocker so viel Kohle machen kann ja nur richtig sein sonst wäre es nicht so. Wenn man schon an die Natur herrangeht und meint da kann irgendwas nicht passen...

Schöner kann man es nicht ausdrücken. Ich freu mich schon auf die Zeit, wo ein dicker Junge hier in Deutschland mehr Geld durch Fifa und Co verdient, als die echten Spieler in der Bundesliga.
Der Markt zeigt immer was Fakt ist, egal was der Staat uns vorgibt.
Der Markt regelt sich von selbst und staatliche Einmischung erzeugt nur Verwerfungen und instabile Verhältnisse.
Hab mal eine Sendung gesehen, indem Kinder durch Lehrspiele den Schulstoff viel schneller verarbeiten konnten und auch länger gespeichert haben. Die ganze Spieleindustrie gehört ausgebaut und darf nicht von Politikgreisen torpediert werden.