ST. Vincent & Grenadines – alte und neue Bekannte (2/14)

in #deutsch3 months ago

Knappe 10 sm trennen den Young Island Cut auf St. Vincent von der Admiralty Bay auf Bequia. Mit komfortablen 12 – 16 kn Wind bei strahlendem Sonnenschein und gemächlicher See wird es zwar leider nur ein kurzer dafür aber perfekter Segeltag. Lachend denken wir daran zurück als wir eben diese Strecke gegen den Wind und raue See unter Einsatz des Perkins damals noch mit Mama an Bord nach St. Vincent gestampft sind ... und Martin am liebsten umgekehrt wäre. Überhaupt, wenn ich mir unseren Bericht von damals durchlese: wie aufgeregt wir waren, wie neu und spannend und unbekannt alles hier erschien. Jetzt, nach einem reichlichen halben Jahr in der Karibik, gehen wir inzwischen viel gelassener an vieles heran. Natürlich, neugierig sind wir immer noch, wir werden auch immer wieder überrascht, lernen dazu und staunen über Unbekanntes. Vielleicht haben uns unsere bisherigen Erfahrungen auch einfach etwas gelassener gemacht. Oder aber das karibische Lebensgefühl aus Entspannheit, „Fünfe-gerade-sein“ und Dinge in Ruhe auf sich zukommen lassen, hat mittlerweile auf uns ganz gut abgefärbt.

Die Admiralty Bay empfängt uns am Nachmittag in ihrer ganzen beeindruckenden Schönheit. Die beiden weiß strahlenden Strände an der Südseite, die bunten Bars und Cafes unter Mandelbäumen direkt am Wasser, windschiefe Kokospalmen, deren langen Wedel die Wasseroberfläche leicht berühren, türkisblaue Sandbänke zu beiden Seiten der Bucht, Fischschwärme die zwischen den ankernden Yachten umher schwimmen … alles irgendwie vertraut und doch wieder überraschend schön.

Wir wollen diesmal versuchen an der Nordseite der Bucht zu ankern, da hier das Leben der Einheimischen stattfindet. Im Februar hatten wir an der Südseite im sehr dichten Ankerfeld gelegen und schnell festgestellt, dass hier doch mehr die Zugezogenen zu finden sind und das Angebot an Land hauptsächlich auf Touristen und zahlungskräftige Besucher ausgerichtet ist. Die Anzahl der Yachten ist jetzt im Juli sehr überschaubar und kein Vergleich zur Hauptsaison. Daher fällt uns auch recht schnell eine schöne große und recht alte Ketsch (Zweimaster) auf, die noch dazu ein blaues Kajüthaus hat. Martin entdeckt als erstes den Herrn, der ganz gemütlich im Schatten auf dem Hinterdeck sitzt und wir freuen uns riesig, Stan (Ztanek) und Cora hier anzutreffen. Wir haben oft an die beiden gedacht, besonders in letzter Zeit. Um ehrlich zu sein, dieses liebenswerte Musikerpärchen, welches seit über 40 Jahren auf den Weltmeeren lebt, hatte uns schon damals bei unserem ersten Treffen zum einen arg beeindruckt und zum anderen davon träumen lassen, unsere Reise zu verlängern. Damals schien dies aussichtslos, ein wunderbarer Traum, der nicht zu erfüllen ist – und nun passiert genau das, kaum zu glauben.
Die Wahl des Ankerplatzes entscheidet dann letztendlich unser schwaches Wifi-Equipment und so landen wir doch wieder in der Südbucht, der feine Sandstrand des Plantation House Resorts nur wenige Meter entfernt.

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