Was ist bei VPN zu beachten?

in #deutsch3 years ago

Unternehmen in zahlreichen Ländern können sich staatlichen Schnüffelanfragen nur bedingt entziehen.

Für VPN-Dienste sind daher Anbieter aus Staaten zu bevorzugen, deren Regierungen und Geheimdienste keinen Datentausch-Ringen angehören.

Auskunftsverlangen müssen VPN-Dienste in bestimmten Nationen nur bedingt nachkommen und sofern doch, dann nur von der eigenen Regierung bzw. Gerichtsbarkeit, nicht aber länderübergreifend.

Übrig bleibt das allgemeine Risiko, dass ein VPN-Dienst gehackt werden kann. Das Risiko kann verringert werden, wenn meine personenbezogenen Daten, der der Dienst aufgrund von Bezahlvorgängen speichert, minimiert werden. Sofern pseudonyme Bezahlvarianten zur Verfügung stehen (BTC, besser Monero/XMR), so sind diese den FIAT-Zahlverfahren aus Gründen der Privatsphäre vorzuziehen. (Siehe warum Privatsphäre wichtig ist)

Eventuell protokollieren die VPN-Dienstanbieter mein Verhalten, wie auch immer sie das tun. Das müssen noch nicht einmal Webseitenaufrufe sein. Es werden vermutlich nur Metadaten sein, wie z.B. meine Nutzungszeiten, die Dauer meiner Verbindungen, die Datenmenge. Das ist ebenfalls bei der Wahl eines geeigneten VPN-Dienstes zu berücksichtigen.

Warum sollte ich einen VPN-Dienst nutzen?

Aus TOP 3 der Gegner meiner Privatsphäre kennen wir die Gegner meiner Privatsphäre. Diese sind die eigene Bequemlichkeit sowie wissbegierige Staaten inkl. ihrer Organe, allen voran angelsächsische Geheimdienste. Nicht vergessen werden darf, dass auch der BND auf amerikanische Initiative und mit Unterstützung der USA gegründet wurde.

Zitat von http://www.bnd.bund.de/DE/Startseite/startseite_node.html:

So arbeitet der BND

Der BND hat den Auftrag, Informationen von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung zu sammeln, auszuwerten und der Bundesregierung in Form von Meldungen und Analysen zur Verfügung zu stellen. Diese drei Prozessschritte bestimmen wesentlich die internen Arbeitsabläufe sowie die Organisationsstruktur des BND.

Ob Daten sicherheitspolitisch relevant sind, stellt sich erst später heraus. Bis dahin, werden sie gesammelt.

Gegner meiner Privatsphäre sind also nicht nur Organe eines Staates, sondern auch Andere, die Daten über mich nutzen wollen, um mich entweder zu beeinflussen oder zu etwas zu zwingen/nötigen. Wir leben im Informationszeitalter und Informationen sind das Gold unserer Zeit.

Konkret könnte es vorkommen, dass ich mich für mein Surfverhalten im Netz rechtfertigen soll oder dass ich etwas nicht bekomme, weil ich im Netz bestimmte Webseiten besucht oder auf speziellen Marktplätzen eingekauft habe. Ich könnte beispielsweise scheinbar harmlose Substanzen im Netz erworben haben, die leider auch für schlimme Sachen verwendet werden können. Und schon bin auch auf bestimmten Listen ...

Nutzen von VPN-Verbindungen

Verschlüsselte Verbindungen ins Internet bieten folgendes:

  • Geheimhaltung Deines realen Standorts

  • Geheimhaltung Deiner eindeutigen IP-Adresse

  • Verhindern, dass Deine Netztaktivitäten protokolliert bzw. eingeschränkt werden

  • Schutz vor Cyber-Kriminellen auch in WLAN-Hotspots

  • Blockade von eingehende Bedrohungen und DDoS-Angriffen

  • Keine Protokolle der von Dir besuchten Webseiten

  • Keine Verbindungsprotokolle

  • Keine DNS-Protokolle

Regeln für die VPN-Verwendung

Damit meine verschlüsselten Verbindungen und das Wissen über selbige wirklich privat bleiben, ist folgendes zu beachten:

  • Generelles Meiden der Server von Anbietern aus Ländern des Spionagebündnisses Five Eyes: Australien, Kanada, Neuseeland, Großbritannien, USA

  • Anbieter aus Ländern von NineEyes (NL, DK) und FourteenEyes (Dtl.) sind nur geringfügig sicherer

  • Anonymes/pseudonymes Bezahlen

  • Anbieter sollte kein Nutzungsprotokoll führen

  • Die Software und Arbeitsweise des Anbieters sollten transparent sein, auch hinsichtlich der protokollierten Daten

Wie komme ich zu einem guten VPN-Dienst?

Ich möchte hier keinen konkreten Dienst vorschlagen. Es gibt eine gute Homepage im Netz, für deren Übersichten viel Vorarbeit geleistet wurde. Hier kommst Du hin:

thatoneprivacysite.net/simple-vpn-comparison-chart empfiehlt (Stand Januar 2019, keine Rangfolge):

  • Trust.Zone (1 GB/3 Tage gratis; jährlicher Vertrag ab 3,33 $/Monat, Bezahlung in Krypto möglich)

  • NordVPN.com (3jährlicher Vertrag ab 2,99 $/Monat)

  • BolehVPN.net (2jährlicher Vertrag ab 5,79 $/Monat)

  • BlackVPN.com (3 Tage gratis, jährlich ab 4,08 $/Monat)

Für Einsteiger

Für Einsteiger und zum Testen empfehle ich, den VPN-Klienten aus der Avira-Antivirus-Suite. Er kommt mit einem monatlichen Freikontingent von 500 MB daher und erlaubt zahlreiche Exitpunkte weltweit, z.B. mehrere US-amerikanische und zahlreiche europäische.

Hier gibt es einen Artikel von der Süddeutschen Zeitung, was man beim anonymen Surfen beachten sollte.

Angesprochene Steemit-Artikel

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Prima Artikel und gute Zusammenfassung!

Sehr guter und informativer Post über Vpns, nutze selber einen!

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Ich persönlich nutze ja meinen eigenen VPN welchen ich mir Zuhause aufgesetzt habe. So kann ich wenn ich unterwegs bin immer auf mein NAS zugreifen und bin vor Lauschern im Öffentlichen WLAN geschützt. Außerdem muss ich meine Daten auch keinem VPN-Anbieter anvertrauen :) Wenn ich dann doch mal auf Webseiten unterwegs bin welche auch nicht den Standort meines Heimnetzwerkes wissen sollen nutze ich meistens einen VPN Anbieter aus einem Land ohne Auslieferungsabkommen mit Deutschland. Für mich haben sich hier Länder wie Afghanistan, Irak und Iran bewährt :P
Zum Punkt mit den DNS-Protokollen kann ich nur sagen das ich einfach einen Localen DNS Server nutze. Der erspart mir Daten traffic und schützt mich vor tracking :)
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zu NordVPN : NordVPN ändert nach Beschwerden die Datenschutzerklärung

Mein Tipp zum VPN: VPN ist das letzte Glied im Bereich Privacy/Security, es sollte erst einmal der Rest wie OS, Software und Browser bearbeitet werden. Daher Mein VPN ist InCloak. Die russische Gesetzeslage ist nicht so bindend wie die Westliche. Außerdem juckt es den Russen nicht was ein kleiner Deutscher im WWW alles treibt. Sollte ich also gegen geltendes Recht verstoßen wird der eine mich beim anderen kaum verpetzen, es gibt keine Grundlagen dazu.
LG vom lauchmelder