Kultur auf Abwegen

in deutsch •  16 days ago

Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

„Sie wollten einfach nicht gehen.“ wäre ein Kommentar, der sich aufdrängte in Anbetracht der Panne bei einer Seebestattung, wäre er unter Pietätsgesichtspunkten nicht grenzwertig.

Ein Gang über deutsche Friedhöfe bietet ein Bild, das sich noch vor Jahren ganz anders darstellte. Zwischen vielen Gräbern klaffen Lücken. Wo früher eher Platzmangel herrschte, scheint die traditionelle Bestattungsweise in Grabstätten immer mehr außer Gebrauch zu geraten.

Was wäre heute noch übrig von der ägyptischen Hochkultur, hätte sie nicht ihre aufwändigen Bestattungsriten und ~weisen praktiziert?! Vom Dasein der alten Ägypter zu Lebzeiten existieren relativ wenige Relikte. Ihr Totenkult aber trägt ihre Überlieferung bis in unsere heutige Zeit und ruft Faszination und Bewunderung hervor. Er erzählt von ihrem Leben, ihren Vorstellungen, ihren Hoffnungen, ihrer Kunstfertigkeit, ihren Gebräuchen. Auch den Tieren wurde damals ein ehrenvoller Abschied bereitet, wovon die vielen Tiermumien Zeugnis geben.

Schon immer war die Praxis in Deutschland, Gräber nach Ablauf einiger Zeit „aufzulassen“, wie man es beschönigend umschrieb, wenn Toten ihre letzte Ruhestätte geraubt wurde, eine unsägliche Ehrverletzung um des Profites der Städte und Gemeinden willen. Man verkaufte das Areal erneut zu horrenden Summen auf Zeit.
Jetzt aber werden Verstorbene immer öfter einfach entsorgt. Wenn das Erbe verteilt ist, entledigt man sich des Erblassers in möglichst kostengünstiger Weise. Er hat ausgedient. Manche ahnen dies und verfügen noch zu Lebzeiten, sich freiwillig aus dem Staub (oder gar zu Staub) machen zu wollen.

Wollen wir nicht in Erinnerung bleiben? Wollen wir so mit unseren Ahnen umgehen? Wollen wir, daß so mit uns verfahren wird? Was wollen wir überhaupt hinterlassen als Fußabdruck in der Geschichte?
Wenn nachfolgende Generationen nach uns suchen, sollen sie dann nichts mehr finden? Unsere Schrottbauten werden dann längstens zerbröselt sein. Unsere „Kunstwerke“ diese Bezeichnung nicht verdienen. Unsere Gebrauchsgegenstände werden allenfalls von abartigem Geschmack erzählen.

Die demographischen Gegebenheiten erlauben uns einen anderen Weg. Das genau ist einer ihrer durchaus zahlreichen Vorteile, die immer negiert werden.

Sondermüll Mensch? Der Vorfall aus der Bezugsmeldung sollte uns zum Nachdenken anregen. Wenn wir selbst keine Achtung vor unseren Vorfahren und uns selbst haben, werden wir sie schlecht von anderen einfordern können. Wenigstens unsere Friedhöfe müssen wir selbst besetzen, ehe andere es tun und man sich dereinst fragt, wo die Deutschen geblieben sind, was sie ausmachte - ja, ob es sie überhaupt gab.

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/seebestattungen-urnen-in-nordsee-angespült-–-reederei-gesteht-panne-ein/ar-BBRI66h?ocid=spartandhp
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