Armes reiches Afrika

in #deutsch16 days ago (edited)

Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

Man muß gegen Schönheit schon vollkommen immun sein, um sich seiner entziehen zu können und seiner Magie nicht zu erliegen.
Ich traf zum ersten Mal auf ihn im Alter von 14 Jahren. Er war sehr viel älter und der Begleiter der Freundin meiner Mutter - der Schöne aus der fernen (Unter-)Welt. Es war sofort die ganz große Liebe auf den allerersten Blick. Seine Faszination ließ mich nie wieder los und dauert bis heute an.
Es war der blaue Zoisit, auch Tansanit genannt nach dem Land seines einzigen Vorkommens. Er bildet Farbvarietäten in einen Spektrum von blau bis lila aus. Manche Exemplare sind kaum vom Saphir zu unterscheiden, andere nähern sich stark dem Amethyst. Am schönsten ist er in seiner ganz typischen Färbung genau dazwischen. Ihn als den jüngsten Edelstein zu bezeichnen, würde ihm nicht gerecht, denn, wie seine Brüder, ist auch er Millionen Jahre alt. Er hatte sich nur geschickt in seiner Fundstätte versteckt gehalten und dort im Verborgenen ausgeharrt, bis man ihm 1967 auf die Spur kam. Seither begeistert er viele. Seine Preiskurve steigt seit seiner Entdeckung ununterbrochen steil an und steht in umgekehrt proportionalem Verhältnis zur Ausbeute seiner Lagerstätte, die bald erschöpft sein dürfte.
Not diamonds are a girl‘s best friends, but tansanites are. Zusammen aber bilden sie ein unschlagbares dreamteam.

Dieser Tage in Afrika:
Die Medien haben eine nicht genügend schöne Geschichte ausgegraben und etwas aufgehübscht, wie es so ihrer Art entspricht, um sie in die Schablone der Erfolgsstory nach dem Schema „vom Tellerwäscher zum Millionär“ zu zwingen.
Das liest sich dann wie folgt: „Einfacher Bergmann findet 15-kg-Tansanit und wird über Nacht zum Millionär.“.
Davon trifft gerade mal die Hälfte zu. Gefunden wurde in Tansania ein 15-kg-Tansanit. Eine absolute Sensation, fürwahr! Bei näherem Hinsehen erweist sich jedoch der Bergmann als Großrinderzüchter mit sage und schreibe 2000 Rindviechern. Von wegen einfach! In Deutschland zählte er mit dieser Dimension schon zu den landwirtschaftlichen Großbetrieben. Was das erst in Afrika bedeutet, kann man sich unschwer vorstellen.
Doch es kommt noch besser: Mit 4 Frauen hat er über 30(!) Kinder. Hier hätte man ein kritisches Wort dazu erwartet, daß man auf diese Weise selbst ein stattliches Vermögen im Nu pulverisieren kann. An jeden seiner Nachkommen vererbt er 66 Rinder. Vermehren sich die Kinder gleichermaßen rasant, kommen in der nachfolgenden Generation gerade noch 2 Rinder bei jedem Erben an. So läuft das in Afrika. Mehr braucht man nicht zu erklären, um darzustellen, warum man dort auf keinen grünen Zweig kommt.
Nun kommt der unerwartete Geldregen von 3,4 Millionen Euro über den Hobby-Gräber, der einen claim erworben hatte, der sich als Volltreffer erwies. Er will einen Teil davon nutzen, um eine Schule zu bauen. Es ist löblich, daß er das wenigstens jetzt tut; warum er es nicht schon früher getan hat, bleibt offen. Immerhin zählte er auch bisher nicht zu den Armen. Dann muß ein Einkaufszentrum her - so eine Art shopping mall. Die Kohle brennt auf den Nägeln und will schließlich unter die Leute gebracht werden. Nachhaltiger wäre die Errichtung eines Produktionsbetriebes gewesen; aber das entspricht wohl zu sehr westlichem Denken.
Der Staatspräsident gratuliert und freut sich mit der Feststellung, Tansania sei reich. Warum er dennoch beständig die Völkergemeinschaft anbettelt, verrät er nicht. Wir wissen es aber auch so. Um jeder Fehlinterpretation vorzubeugen: Es hat nichts mit Kolonialismus zu tun.

https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/tansania-15-kilogramm-tansanit-gefunden-einfacher-bergmann-wird-%C3%BCber-nacht-zum-million%C3%A4r/ar-BB15Xf7P?ocid=msedgdhp
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/minenarbeiter-in-tansania-wird-nach-edelstein-fund-millionaer-16833649.html

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