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RE: Gedichtinterpretation des Gedichtes "Ausdrücke"
Ja, die richtigen Worte zu finden ist oft nicht so einfach. Oft habe ich einen "einfachen" Gedanken im Kopf, doch wenn ich das was ich im Kopf habe dann aussprechen oder noch schwieriger, schreiben soll, kann das schon mal dauern. Ob es gelingt, ist dann wieder eine andere Frage.
Den Bezug, den du in dem Zusammenhang mit Leid herstellst, ist mir allerdings nicht so ganz klar. Freilich, was wir sagen und was der andere versteht, ist nicht immer das Gleiche. Aus meiner Sicht grenzt es schon fast an ein Wunder, sein Erleben so zu kommunizieren, dass der andere dies nachvollziehen kann.
Andersrum, wenn das nicht gelingt, ja, dann das kann leidvoll werden. Ist hier der Zusammenhang?
Jein :)
Allerdings hast du vollkommen recht und sprichst einen wichtigen Punkt an. Wenn man nicht gut darin ist, aus welchen Gründen auch immer, seine Gedanken auszudrücken, ist es oft sehr belastend. Das kann sich bis zu einem Leiden weiterentwickeln, das kann ich bei meinem Sohn sehen. Der hat z. B. oft das Problem das er, als tiefer Denker von Geburt an, oft mit seinen Gedanken schon viel weiter ist. Und es frustriert ihn enorm wenn andere ihn nicht verstehen. Mittlerweile geht es so langsam, wird schon werden. War und ist viel Arbeit!
Und hier schließt sich interessanterweise der Kreis zu dem was ich angesprochen habe.
Er soll lernen diese Leiderfahrung anzunehmen. Als Katholiken haben wir es da etwas "leichter" einen Zugang dazu zu finden.
Dadurch, dass er dieses, scheinbar, sinnlose Leiden annimmt, verschwindet zunächst der ganze Frust. Was wichtig ist damit kein Hass entstehen kann, weshalb Dampf ablassen ja so wichtig ist.
Als nächstes kann er daran gehen sich damit zu beschäftigen, also mit der Problematik selbst. Und das eben ohne Frust und Aggression, zumindest mit so wenig wie möglich. Dadurch, dass er mit relativ ungetrübten Blick darauf sieht, kann er einen Lösungsweg finden. Dieser Weg ist allerdings nur ein Weg für ihn und für niemand anders.
Leid weist uns immer darauf hin das etwas falsch war oder noch nicht seine richtige Form gefunden hat.
Diese Sachlage ist heute durch das materialistische und anthropozentrische Denken Großteils verschüttet. Wir denken den Menschen nur von der Materie, lassen seinen Geist allerdings außen vor. Meiner Meinung nach mit Absicht um sich mit solchen Gedanken nicht "quälen" zu müssen.
Doch die Erlösung gibt es nur durch das Kreuz!
Kommt halt darauf an, ob andere ihn überhaupt verstehen können.
Erinnert mich ein klein wenig an die Zeit, ich war keine 10 Jahre alt, da begann das mit den Klarträumen. Weder meine Alterskollegen noch meine Familie konnte damit was anfangen und so habe ich ziemlich schnell aufgehört darüber zu reden. Erklär mal jemand, der noch nie einen Apfel gegessen hat, wie ein Apfel schmeckt. Geht nicht, bzw. nur in dem Rahmen welche "Apfelerfahrungen" der andere hat. Und nicht jeder interessiert sich für Äpfel. Das muss man auch respektieren.
Damit du nicht sehen musst, dass er leidet oder weil ihm das hilft? Ich frage deshalb, weil ich beim Lesen deines Textes schon eine gewisse Abneigung in mir spüre, so als wolltest du ihm deine Ansichten aufdrücken.
Sehe ich nicht so. Ich denke dabei z.B. an den schlimmsten aller Fälle, wenn Eltern ihr Kind beerdigen müssen. Was hätte das Leid das damit zweifellos einhergeht für einen Hinweis, was sollte da falsch gewesen sein?
Manche leidhaften Erfahrungen erweisen sich im Nachhinein als Wachstumsphasen und man ist nach deren Überwindung vielleicht sogar dankbar dafür. In dem Fall war daran nichts falsch, oder sehe ich das falsch?
Da bist du aus meiner Sicht zu streng. Freilich sehen manche das so, andere sehen wiederum nur die geistige Ebene. Zwei Extreme, die in ihrer Reinform wohl eher selten anzutreffen sind. Aber, das ist nur mein Eindruck, 99,99% der Menschen auf dieser Welt kenne ich nicht.