Crypto-News 13.02.2018 - Schwerpunkt Cryptomining
Heute will ich euch einige interessante Nachrichten zum Thema Mining präsentieren. Beginnen will ich mit der Frage wo sich Mining noch lohnt? Das wunderschöne Island soll uns im Anschluss beschäftigen. Und den Schluss bilden russische "Superwissenschaftler" und -computer.
Mining und wo es profitabel ist?
Bitcoins minen und ordentlich Geld verdienen. Wer würde das nicht gern? Doch hier in Mitteleuropa, lohnt sich das noch? Und wenn nicht, wo dann?
Dieser Frage ist Elite Fixtures in einer umfangreichen Studie nachgegangen. Darryn Pollock stellt diese sehr interessante Aufstellung zum Bitcoin Mining auf Cointelegraph vor.
In dieser Aufstellung geht es darum, wo sich Bitcoin-Mining in Relation zu den Stromkosten lohnt und wo man doch eher draufzahlt. Konkrete Fragestellung war, welche Energiekosten man für das Errechnen eines Bitcoins zu tragen hat. Grundlage der Berechnung waren Daten zu Strompreisen von Regierungen, nationalen Versorgungsunternehmen, sowie der Internationalen Energieagentur.
Die Goldmedaille für die höchsten Stromkosten gewinnt das momentane Olympiaaustragungsland Südkorea. Mit 26.100 $ ist es hier am teuersten einen Bitcoin zu minen. Auf der anderen Seite der Tabelle steht Venezuela. Hier kostet es lediglich 531 $ einen BTC zu errechnen. Somit dürfte Mining in Venzuela durchaus lukrativ sein, jedoch sind die Rahmenbedingungen in dem sozialistisch regierten Land zur Zeit relativ unsicher.
In Europa ist es etwas teurer die beliebte Cryptowährung zu errechnen. Günstigstes Land hier dürfte die Ukraine, mit 1.852 $ pro BTC, sein. Auch nach dem Crash noch recht rentabel. Deutschland gehört mit 14.275 $ zu den teuersten Ländern und man würde hier für einen Bitcoin doch deutlich drauflegen.


Große Miningunternehmen scheinen diese Zahlen recht gut zu kennen, denn ihre Investitionen stehen in weiten Teilen in Relation zu den Ergebnissen der Studie. Bei den Mining-Supermächten China und Russland kommen zu den günstigen Energiekosten staatliche Unterstützungen für entsprechende Unternehmen hinzu. Ob dies jedoch so bleiben wird, ist äußerst fraglich. Denn neben den reinen Energiekosten ist auch die Frage nach Regulation im entsprechenden Land ein Aspekt einer entsprechenden Investmentkalkulation. Ein weiterer, zunehmend wichtiger Aspekt kann auch die Herkunft der Energie sein. Hierum soll es nun gehen.
Mining im Land der Elfen und Feen

Unser zweites Miningthema beschäftigt sich mit dem wunderschönen Island. Neben der wunderschönen Landschaft gibt es in Island auch günstige Energie, die dazu noch überwiegend aus erneuerbaren Ressourcen erzeugt wird. Erdwärme- und Wasserenergiekraftwerke erzeugen den größten Teil von Islands Strom. In der obigen Tabelle belegt das Land der Elfen und Feen einen guten Mittelfeldplatz, der Faktor der grünen Energie ist jedoch nicht zu unterschätzen. So ist der Strom in China zwar günstiger, wird aber überwiegend aus umweltschädlichen Kohlekraftwerken erzeugt. Das kalte nordische Klima trägt weiter zu den guten Bedingungen für Cryptomining in Island bei. Mir persönlich gefallen geothermisch erzeugte isländische Bitcoins deutlich besser als die kohlestaubigen Chinabitcoins. Diesen Ökofaktor nutzt übrigens auch Genesis-Mining, die behaupten ihr Miningequipment unter anderem in Island zu betreiben.
Die Beliebtheit Islands als Miningstandort hat jedoch schon jetzt beachtenswerte Auswirkungen, wie Cointelegraph berichtet. So wird der Stormverbrauch für das Mining von Cryptowährungen im Jahr 2018 erstmals höher liegen, als der Verbrauch aller Islandischen Haushalte zusammen. Der Energieverbrauch für Cryptomining wird sich in diesem Jahr auf 100 Megawatt verdoppeln. Das ist mehr als 340000 Isländer in diesem Zeitraum verbrauchen. Johann Snorri Sigurbergsson vom Energieunternehmen Hitaveita Sudurnesja sagt, dass er sich mit Vertretern von Mininganbietern getroffen habe, die 18 Megawatt auf einmal hätten kaufen wollen. Bleibt zu hoffen, dass die Isländer ihre Energiekapazitäten nicht zu schnell verkaufen, damit es ihnen nicht so geht wie Douglas County im Washington State. Hier hat die günstige Energie und der exzessive Verkauf dieser dazu geführt, dass das örtliche Stromnetz mittlerweile an seiner Belastungsgrenze ist.
Russische "Superwissenschaftler"

Eine kurze Anekdote aus Russland möchte ich euch zum Schluss nicht vorenthalten. Wie die BBC berichtete wurden in einer russischen Kernforschungseinrichtung am letzten Freitag mehrere Wissenschaftler festgenommen. Diese waren bei dem Versuch mit einem Supercomputer, der eigentlich für die Kernwaffenforschung verwendet wird, Bitcoins zu errechnen erwischt worden. Sie hatten den Rechner gerade für die SHA256-Berechnung modifiziert, als russische Sicherheitskräfte den Raum stürmten und sie festnahmen. Der Versuch den modifizierten Rechner mit dem Internet zu verbinden wurde bemerkt und wirkliches Mining verhindert. Jetzt werden wir wohl leider nicht erfahren, welche Hashrate dieses Rechenmonster gehabt hätte.
Anmerkungen, Ergänzungen oder Widerspruch natürlich gern in die Kommentare.
Quellen:
http://www.bbc.com/news/world-europe-43003740
https://www.elitefixtures.com/
https://cointelegraph.com/news/mining-margins-and-where-to-make-the-most-money#
https://cointelegraph.com/news/crypto-mining-overloads-infrastructure-in-small-wa-county
https://www.genesis-mining.com/datacenters
Bilder:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/53/RIANarchive305005Leningradnuclearpowerplant.jpg
Schöner Artikel. Danke
cheers Bitcoin.news

Danke für diesen Informativen Artikel :).
Spannend wie unterschiedlich die Miningpreise der einzelnen Länder doch sind .... und Öko-Bitcoin haben schon nen Bio-Touch ... evtl. eine Idee für einen völlig neuen Coin?!
Evtl. kann ja irgendwer mit dieser Grenzgenialen Idee ja was anfangen und wir sehen einen BIO-ICO :D.
Ich kann es leider nicht und bleibe daher lieber bei meiner Leidenschaft dem Whisky!
Cheers!
Danke!
Whiskey ist ja auch eine sehr angenehme Leidenschaft.
Hier ist nen recht aufschlussreicher Forumsbeitrag, zu einem Green-Energy Mininy Projekt. https://bitcointalk.org/index.php?topic=1783328.09
Ich vermute, so einen Coin gibt es schon, hab auf die schnelle nichts gefunden.
Insgesamt find ich so ein relativ autarkes Mining sehr spannend. Ist nur leider mit recht hohen Investitionen verbunden.
Der Forumsbeitrag Klingt interessant :). Ich finds gut das man sich sogar schon in diesem Segment um Nachhaltigkeit kümmert.
Cheers!
Danke für den Artikel, da sieht man mal, wie unterschiedlich die Stromkosten sind. Hätte ich so deutlich nicht erwartet.
Danke!
So krasse Unterschiede hätte ich auch nicht erwartet. Es ist natürlich auch immer die Frage, auf Kosten welcher Ressourcen die Energie so günstig produziert wird.