Gefährliche Illusion

in #deutsch6 years ago

Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

Eine Studie des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie will herausgefunden haben, daß der Mensch von Natur aus gut sei.
Der Terminus „Gutmensch“ sei hier ganz bewußt vermieden, denn ein „Gutmensch“ ist nicht notwendigerweise ein guter Mensch, sondern eher ein geltungsbedürftiger und / oder naiver.

Das Ergebnis der Studie entspricht eher Wunschdenken als der Realität und wird von dieser belegbar widerlegt.

Von unseren evolutionären Vorfahren, den Affen, sind die aggressivsten Arten diejenigen, die dem Menschen am nächsten stehen (Bonobos und Schimpansen). Bei ihnen sind Morde an Artgenossen nachgewiesen, die nicht im Kampf um Nahrung erfolgen, sondern nur um der Mordlust willen - ein Verhalten, das Menschen entfernteren Affen fremd ist.
Im Tierreich werden Kämpfe in der Regel um knappe Ressourcen ausgetragen. Bei den Menschen finden sie auch ohne diesen Anlaß nur aus Machtgründen statt.
Andererseits sind im Tierreich echte Zeichen von Empathie, Trauer und gegenseitiger Unterstützung zu beobachten.
Tiere pflegen nicht ihren und unseren Lebensraum zu zerstören, wie Menschen dies tun.

Bei Kindern findet mit unveranlaßten Hänseleien und Ausgrenzungen bei Spielen nur auf der Grundlage subjektiver Antipathie der Einstieg ins mobbing schon im Kindergarten statt. Abweichungen von der Norm lösen bei ihnen regelmäßig Ablehnung aus. Verbürgt ist bei ihnen auch taktlose Ansprache anderer auf ihre Schwächen. Erst Erziehung trainiert ihnen dies ab.
Die Mär vom von Natur aus bereitwillig teilenden Kind entspricht sicher nicht der Regel. Nicht repräsentative Ausnahmen gibt es immer.

Philosophen wie Thomas Hobbes und Jean-Paul Sartre zeichnen in ihren Werken De Cive: „Homo homini lupus.“ (Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.) und Huis Clos: „L‘ enfer, c‘ est les autres.“ (Die Hölle, das sind die anderen.) die von ihnen erfahrene Bösartigkeit von Menschen nach.

Warum ist die Verbreitung derartigen Wunschdenkens gefährlich? Sie hindert uns an der Erkenntnis unserer wahren Natur als Voraussetzung für Bemühungen, Fehler zu bekämpfen und abzustellen.
Wir sind von Natur aus schlecht, haben aber die Chance, dies zu ändern, wenn wir uns nicht ungerechtfertigt überhöhen und unsere Makel nicht ausblenden.
Müßte die Welt sich nicht in anderem Zustand befinden, wären wir gut? In welcher Entfernung zur Realität leben solche „Wissenschaftler“? Ist interdisziplinäre Arbeit ihnen völlig fremd? Haben sie keine Augen im Kopf? Selbsttäuschung ist nun nicht eben der Intelligenz ureigene Ausprägung.

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/wissenundtechnik/von-natur-aus-sind-wir-alle-gutmenschen/ar-BB14wyW6?ocid=spartandhp#image=1

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