Einfach skandalös!
Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Man kann Chinesen mögen, oder auch nicht. Es gibt gute Gründe, es nicht zu tun. Kritik aber sollte seriös und belastbar sein.
Im „Spiegel“ versucht sich ein Hackschreiberling in investigativem Journalismus und glaubt, einem Skandal auf der Spur zu sein. „China kontaktiert heimlich deutsche Beamte.“ kann man dort lesen.
Die Bundesregierung (unser Qualitätsregime, besetzt mit lauter Koryphäen!) habe bestätigt, daß deutsche Beamte von chinesischen Diplomaten kontaktiert worden seien mit dem Ziel, eine positive Sichtweise des Corona-Krisen-Managements der Volksrepublik China zu erreichen.
Na sowas! Na und? Die chinesischen Diplomaten gehen so nur ihrer Arbeit nach. Das ist ihr Auftrag.
Und erst die Spitze des Skandals: Wir tun das auch!
Jede deutsche Auslandsvertretung, ob Botschaft oder Konsulat, verfügt über eine Presse~ und Informationsabteilung. Dort informieren die Kollegen ihr Gastland über allerlei Wissenswertes aus und über Deutschland mit dem Ziel, dem Gastland ein positives Deutschlandbild zu vermitteln. Daß Verräter und Ignoranten im Amt des Außenministers (Fischer, Maas) das sabotier(t)en, steht auf einem anderen Blatt und ist traurig genug.
Alle anderen Staaten arbeiten mit entsprechenden Einrichtungen ihrer Botschaften ebenso.
Die Kollegen in Paris werden die Behandlung französischer Corona-Patienten in deutschen Kliniken hoffentlich auch als Erfolg guter Zusammenarbeit im Gastland verbreitet haben.
Auch Besuche der in einem Land akkreditierten Diplomaten bei ihren Kollegen im Außenministerium des Gastlandes auf allen Ebenen gehören zu ihrer routinemäßigen Tätigkeit. Sofort nach der Ankunft im neuen Gastland findet man heraus, wer wichtige Ansprechpartner im Außenministerium sind und stellt sich ihnen vor. Diese Kontakte werden dann regelmäßig mit Besuchen sowie bei Essen und auf Empfängen gepflegt. Anders könnte man seine Aufgabe nicht erfüllen. Die Anliegen des eigenen Landes müssen doch an das Gastland herangetragen werden; und manchmal will das Gastland auch etwas von Deutschland.
Wenn das alles nicht mehr stattfinden soll, kann man die Auslandsvertretungen schließen.
Selbstverständlich werben die Diplomaten für die Sichtweise ihres Entsendestaates. Dazu sind sie ja hier. Das weiß man auf deutscher Seite und stellt sich darauf ein. Diese Art der Propaganda erfolgt offen und erkennbar. Man muß ihr doch nicht auf den Leim gehen. Solche Kontakte ergeben häufig durchaus gute Gelegenheiten zur Gegendarstellung und anschließenden Diskussion.
Wenn beispielsweise China behauptete, in Sachen Tierschutz unschlagbar zu sein, könnte man hinter verschlossener Tür ruhig sagen:“ Freunde, bleibt mal auf dem Teppich! Bei Euch wollte ich kein Wurm, geschweige denn ein Hund sein.“
Die Grenze der Werbung freilich zieht das Bestechungsverbot. Solange unter dieser Schwelle agiert wird, ist es völlig in Ordnung. Gelegentliche Einladungen zum Essen und auch kleine Geschenke bis zum Wert von etwa 25.- € fallen unter die Üblichkeit und sind harmlos.
Nicht nachvollziehbar ist der Vorwurf, das Ganze hätte sich heimlich vollzogen. Wie darf man sich das vorstellen? Nächtliche Zusammenkünfte unter einer Brücke? Natürlich trifft man sich im Büro unter vier Augen und stellt sich nicht mit Megaphon auf den Marktplatz.
Wenn man nichts anderes vorzubringen hat, sollte man besser schweigen, als sich bis auf die Knochen zu blamieren. Schreibt man über eine einem unbekannte „Welt“, sollte man sich tunlich davor über deren Arbeitsweise und Gepflogenheiten informieren, ehe man einen Skandal dort wittert, wo keiner ist.
Auch Heiko Maas kennt offensichtlich noch immer nicht sein Haus und dessen Arbeitsabläufe. Na ja, jetzt braucht er das nicht mehr zu lernen, denn er war hoffentlich die längste Zeit dort.