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In Zusammenhang mit einem anderen Post wurde ich gefragt, ob ich mich vegan ernähre. Da meine Antwort etwas umfangreicher ausfiel, ich jedoch auch einige Gedanken, Zeit und Mühe in die Antwort gesteckt habe, und mir die Antwort auch gefällt, habe ich gedacht ich veröffentliche sie auch mal noch zusätzlich als eigenständigen Post ;)
Hallo Tim - Vielen Dank für Deine Interaktion !
Meines Erachtens sollte Nahrung relativ unkompliziert, nahrhaft, gesund und nicht all zu schmackhaft sein.
Schließlich soll sie den Körper stärken und Leib und Seele zusammenhalten, wie man so schön sagt, und nicht unbedingt zu lukullischen Ausschweifungen führen.
Koschere, vegetarische oder gar vegane Ernährungsformen haben bestimmt ihre Berechtigung.
Zum tieferen Verständnis möchte ich hier die Empfehlung von Dr. Vernon Garrington ("In the bible was given what to eat from what not to eat") anbringen: "Read your bible one Chapter a day from Genesis 1 to Revelation 22 and find the truth for yourself".
Diese Empfehlung erteile ich immer in Verbindung mit dem Ratschlag von H.I.M. Haile Selassie I., man solle die Menschen dazu ermutigen, die Bibel zu studieren aber sich auch sekuläres Wissen anzueignen.
Aus Sicht der Bibel in Hinblick auf Ernährung ist wohl eine nähere Betrachtung der Geschichte um Kain und Abel nicht ganz uninteressant, genauso wie die Speisevorschriften in Leviticus.
Soweit ich mich erinnern kann, brachte der Friedensfürst Melchizedek, seines Zeichens König von Salem, Brot und Wein als Opfergabe und Versöhnungsmahl dar - also vegan.
Auch beim letzten Abendmahl brachte unser Herr und Erlöser Jesus Christus Brot und Wein als Opfergabe dar.
Ob sich die versammelten Jünger auch ein Passah-Lamm munden liesen, weiß ich nicht - jedoch wird spekuliert, daß Jesus Christus wohl Kontakt zu den Essenern und ähnlichen Glaubensgemeinschaft hatte, was eine vegetarische Lebensweise vermuten ließe.
Daß Heuschrecken auf dem Ernährungsplan von Johannes dem Täufer standen ist, soweit ich weiß, wohl eher einem Übersetzungsfehler geschuldet, ähnlich wie das berühmte Kamel und das Nadelöhr (das Wort für Kamel steht im Aramäischen bzw. Hebräischen wohl auch für ein aus Kamelhaar angefertigtes ziemlich grobes Tau - was das Bild mit dem Nadelöhr schon etwas verständlicher macht).
Aus vedischer Sicht ist die Essenz aller Nahrung rein, weil im Endeffekt ja alles aus Krshna besteht.
Selbst wenn man ein Haar 1000 mal und öfter spalten würde, würde man immer Krshna finden.
Dennoch empfehlen die Veden eine zumindest vegetarische Lebensweise - mannigfache Auslegungen in verschiedenen Traditionen würden hier wohl zu weit führen.
Angemerkt sei hier noch, daß die Veden eine vegetarische Lebensweise stellenweise durchaus auch pragmatisch begründen: Wer eine Kuh schlachtet, hat Nahrung für ein Festmahl, zur Überbrückung einer Notlage oder für einige Tage. Wenn man die Kuh nicht schlachtet, hätte man für mehrere Jahre Milch, Joghurt und Butter.
Auch wenn ich hier wie so oft einige religiöse Traditionen und Sichtweisen mit ins Blickfeld bringe, ist es im Allgemeinen nicht mein Begehr, Dinge all zu dogmatisch oder missionarisch, mit dem sog. ideologischen Rucksack bepackt, zu diskutieren.
Desweiteren hat mich das Leben inzwischen gelehrt, zwischen Ideal und Wirklichkeit, zwischen Theorie und Praxis zu unterscheiden.
Schließen möchte ich diesen kurzen Exkurs erneut mit einem Zitat von Dr. Vernon Garrington: "Still everybody is free to do, what him want to do."
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