Für IMMER & EWIG

in #deutsch8 years ago (edited)

@love-youre-wild schrieb einen Artikel über die Hochzeit ihrer Cousine und inspirierte mich dadurch zum Nachdenken.. Und weils so viel Spass macht, teil ich die heute wieder mit euch.

Die Liebe des Lebens...

Mit 22 traf ich einen Mann, von dem ich dachte, er wäre die Liebe meines Lebens. Gut 10 Jahre lang, war ich überzeugt davon, wir würden mit 90 gemeinsam auf der Terrasse unseres selbstgebauten Hauses im Schaukelstuhl sitzen und unseren Enkel und Urenkel beim Spielen zusehen.

Was passierte, war das Leben.
Niemals hätte ich mir träumen lassen, dass meine Gefühle für diesen Menschen sich so schnell verändern könnten. Dieses Versprechen, welches wir uns einmal in vollster Überzeugung gaben, für immer & ewig, verloren und bedeutungslos für die Zukunft.

Doch wie kann dass sein?

Ehrlich gesagt, habe ich darauf nicht wirklich eine Antwort. Es passierte, einfach so und ungewollt. Während früher unsere Blicke in dieselbe Richtung gingen, fand eine Abweichung statt. Auf einmal schauten wir nicht mehr beide geradeaus, sondern einer nach links und einer nach rechts. Wir suchten noch eine Weile nach Möglichkeiten, wie wir uns wieder finden könnten, doch für mich gab es auf einmal keine gemeinsame Zukunft mehr.

Das für immer&Ewig war gestorben, still, heimlich in der Nacht, zwischen Einsamkeit und Hoffnung ist es eingeschlafen und von uns gegangen.

Was bleibt, sind Erinnerungen an viele wunderbare Jahre, an eine große Liebe, viele tolle Gespräche. An die Schwierigkeiten, welche wir gemeinsam meisterten, vertraute Einigkeit und natürlich auch eine gewisse Trauer, über das Verlorene.

Vermutlich gibt es die Liebe des Lebens für einige wenige von uns. Was heißt vermutlich, die gibt es definitiv!
Vermutlich werden aber die meisten von uns, Lebensabschnittspartner haben, welche uns eine Zeit lang begleiten. Wir sind ja in der Lage, bis ans Ende einen Menschen zu lieben, unsere Kinder, unsere Eltern und Geschwister. Naja, manchmal zumindest.

Ich bin unglaublich dankbar für diese Beziehung, aber auch genauso dankbar für die Freiheit, die ich jetzt genießen darf.

Im Moment genieße ich die Liebe, welche ich gerade für mich selber entdecke und so egoistisch das klingen mag, aber dazwischen wäre gerade kein Platz für eine Partnerschaft.

Dennoch frage ich mich manchmal, ob wir nicht zu schnell aufgeben. Früher konnte man sich gar nicht so einfach trennen. Die Menschen waren mehr gezwungen, sich miteinander auseinanderzusetzen. Witziges Wortspiel oder, miteinander auseinander ... Ob es die Menschen glücklicher machte, keine Ahnung.

Ich glaube nicht, dass ich noch einmal heiraten würde. Mich zu jemandem bekennen und für jemanden verantwortlich fühlen, absolut. Ich hoffe schon, dass ich diese Verbundenheit später wiederfinde, nachdem ich mich selber gefunden habe. Aber diese Verpflichtung vor dem Staat eingehen, ich weiß es nicht, keine Ahnung.

Wie seht ihr dass?


Wünscht ihr euch einen Partner fürs ganze Leben, oder seid ihr eher wie ich ein Mensch, der sich so gerne und stark verändert, dass ihr eher Lebensabschnittspartner sucht?

(Bildquelle Pixabay, CC0 Lizenz)

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Doch wie kann dass sein? ... Wie seht ihr dass?

... Wie 's'-freudig du heute bist! :)

Aber diese Verpflichtung vor dem Staat eingehen, ich weiß es nicht, keine Ahnung.

Den 'Segen' des Staats brauche ich ganz sicher nicht! Leider hätte meine (ausländische) Frau ohne Heirat nicht hier bleiben dürfen, weshalb uns keine Wahl blieb: Wir mussten heiraten. Kirchlich haben wir es jedoch nicht getan, sondern schlicht den an uns gestellten Bedingungen genügt (genügen müssen), um zusammenleben zu können.
Außerdem wünschte sich die Familie meiner Frau, dass wir heiraten würden, wenn wir schon soweit entfernt von ihnen, im Ausland, zusammenleben wollten. Es gab ihnen wohl ein Gefühl der Sicherheit - außerdem machte es im Dorf einen besseren Eindruck ...

Mir bedeutet das Zusammenleben mit meiner Frau viel, eine 'offizielle Erlaubnis', in Form eines Trauscheins, benötige ich persönlich dafür jedoch nicht.

Ja genau, diesen Segen brauch ich auch nicht um zu wissen, zu welchen Menschen ich gehöre.
Ich wollte einfach schon immer meinen Nachnamen ändern und ging damals 100% davon aus, dass ich den Rest meines Lebens mit diesem Menschen verbringen würde. Wir wollten, vor den Menschen und dem Staat füreinander verantwortlich sein.

Für viele hat es aber noch die Bedeutung, wie für deine Schwiegereltern.

Cousinen und langjährige Liebesbeziehungen ... meine hat sich ebenfalls nach etwa 9 Jahren wieder getrennt, mit dem Nachfolger ;) ist sie nun 3-4 Jahre zusammen und es gibt eine gemeinsame Tochter.
Ich glaube, daß man heute mehr unter Druck steht, sich bei Meinungsverschiedenheiten zu trennen.
Umgekehrt mußte ich aber letzte Woche lernen, daß wir Mitteleuropäer da vielleicht ein bißchen zu ... modern? ... sind. Eine Kroatin, die ich von der Tafel kenne und die seit 2-3 Jahren in Deutschland lebt, war zufällig gleichzeitig mit mir auf dem Weg zum Jobcenter und so haben wir uns unterhalten und irgendwie kam die Rede sehr schnell auf Partnerschaften und Liebe. "Du hast keinen Partner, keine Kinder, noch nie gehabt? Katastrophe, Katastrophe! Du mußt Dich beeilen! Du kannst jetzt nicht mehr wählerisch sein. Du mußt einen Mann nehmen, der Dich nimmt! Du brauchst ein Kind und eine Familie!" Später, beim wiederum zufällig gemeinsam angetretenen Rückweg sprach sie das dann nicht noch mal an und ich bin froh, daß ich ihr gewisse private Sachen nicht erklären mußte.

Meine Eltern haben eine mehrjährige Phase durchlebt, in der ich überzeugt war, daß sie sich trennen würden. Aber irgendwie ist es nicht passiert. Vielleicht ist der Schritt, es ohne den Partner zu versuchen, einfach nicht in greifbarer Nähe gewesen.

Darauf gibts wohl keine allgemeine Antwort sondern nur Einzelfall-Lösungen

Ich bin der Meinung für die Liebe lohnt es scih zu kämpfen und immer alles zu geben. Es gibt aber def. auch Situationen bei der eine Trennung sinnvoller ist als ein möglicher längerer Kampf. Besser in Freundschaft verweilen als im Streit verbleiben.
Ich habe das selber erlebt und bin für jede der Minuten mit meinen Expartnerinnen dankbar und möchte est auch nicht missen. Die Zeit hat uns leider auseinander gerissen und uns zu Lebensabschnittpartnern gemacht. In guten wie in schlechten Zeiten.

Ich habe Dir zu danken und habe dies in diesen Post gemacht. Schau doch mal rein
https://steemit.com/deutsch/@followmikecee/666-followers-in-66-tagen-followmikecee-aus-der-dominikanischen-republik-sagt-dankeschoen

Für die Liebe, lohnt es sich definitiv zu kämpfen, wofür sonst sollte es sich lohnen, wenn nicht dafür???
Sofern man eben für die Liebe kämpft und nicht für die Gewohnheit oder weiter.

Wow sehr schöner Artikel ♥♥♥ und da freu ich mich doppelt, dass ich Dich inspiriert habe. Ich sehe es ähnlich wie @followmikecee - ich denke es lohnt sich für die Liebe zu kämpfen, denn es wird immer Phasen geben- wie Ebbe und Flut. Und richtige Nähe kann erst entstehen wenn wir uns wirklich einlassen, emotional wie körperlich. Ich denke es ist gut immer offen und neugierig zu bleiben, denn die Liebe ist ein Mysterium wie ich finde. Manchmal hat man ja vielleicht den Partner für immer oder auch nicht, wenn das Leben andere Pläne hat, sowie bei Dir. Großer Drücker!!

Wir hatten in den 10 Jahren auch einige Ebben und Fluten aber ich wusste immer, dass ich ihn Liebe. Die frage ist eben, erkennt man, wenn die Liebe nicht mehr da ist?
Man ist ja nicht 10 Jahre zusammen, wenn man nicht um die Liebe kämpft, so easy ist vermutlich keine Beziehung, also unsere war es zumindest nicht :D

Hey du!

Die Menschen waren mehr gezwungen, sich miteinander auseinanderzusetzen.

... ist tatsächlich ein schönes Wortspiel, ganz nach meinem Geschmack.

Ich hoffe immer noch auf die eine große Liebe, ich behalte Dinge schließlich gerne, auch Menschen in meinem Leben. Dass es manchmal doch ganz anders kommt, als man denkt, habe ich ja selbst vor Kurzem erst erlebt (wie du ja auch weißt grins) und manchmal bin ich selbst noch ganz schockiert über die Schnelligkeit solch gravierender Veränderungen.. Man sollte meinen, so ein Prozess dauere länger, aber ganz im Gegenteil.

Ich halte deine Einstellung zum Ende deiner Ehe für die einzig richtige. Was nützt es, sich zu ärgern oder gar zu denken, dass all die Jahre vergebens waren, nur weil das ursprüngliche Ziel nicht erreicht wurde? Jede Erfahrung bringt uns weiter, egal ob gut oder schlecht, denn ohne Schatten kann es auch kein Licht geben.

Hab noch einen schönen Abend und ich hoffe, wir sehen uns am Wochenende!
<3

Ja gell, die Schnelligkeit am Ende, hat mich auch am meisten überrascht.
Es gibt ja tausend Arten von Liebe und ich habe sehr viel davon zu geben :) Zu lieben oder einen festen Lebenspartner zu haben, sind ja auch zwei paar Schuhe. Ich habe gerade ein sehr erfülltes Liebesleben mit vielen Menschen, die mir viel bedeuten, mit denen ich aber keine sexuelle Beziehung pflege.

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